Datum
05. September 2017
Autor
von Linda Sonntag
Thema
Haltung

Tödliche Stiche – infektiöse Anämie

Die Equine infektiöse Anämie (EIA)

Die Equine infektiöse Anämie (EIA) ist jedem Reiter und Pferdebesitzer bekannt. Denn die Fälle von infizierten Pferden haben 2017 enorm zugenommen.

Die EIA ist eine Viruserkrankung bei Pferden, die sehr ansteckend ist. Infizierte Tiere bleiben lebenslang ein Virusträger. Je nach Verlaufsform der Krankheit treten verschiedene Symptome auf:

·        Akute, schwere Form:

  • Hohes, immer wieder auftretendes oder schwankendes Fieber
  • Ausgeprägte Muskelschwäche
  • Koordinationsstörungen
  • Zittern
  • Gelblich oder rötlich verfärbte Maulschleimhäute
  • Gelegentlich: plötzliche Todesfälle

·        Chronische Form:

  • Abmagerung
  • Müdigkeit
  • Leistungsabfall
  • Fieberschub nach Arbeitsleistung

Diese vielfältigen Symptome deuten nur selten eindeutig auf die infektiöse Anämie hin, andere Krankheiten mit vergleichbaren Symptomen gibt es zu genüge.

Der Erreger dieser Krankheit gehört zur Gattung des Lentivirus. Der Virus wird meist durch einen Stich von Insekten (Mücken, Fliegen, Bremsen) oder engen, langandauernden, direkten Tierkontakt übertragen. Zu beachten ist, dass alle Ausscheidungen von erkrankten Tieren ansteckend sind! Auch Samen von infizierten Hengsten enthalten den Virus. Selten, aber dennoch möglich, ist eine Übertragung auf ungeborene Fohlen im Körper einer infizierten Stute. Auch durch die Muttermilch kann der Erreger übertragen werden. Die Übertragung des Erregers ist nur über relativ kurze Strecken möglich, denn der Insektenrüssel bleibt nur über eine kurze Zeit (15-30 Minuten) infektiös.

Gegen diese Krankheit gibt es keinen Impfstoff. Laut Gesetz ist die Krankheit meldepflichtig und infizierte Tiere müssen getötet werden, damit die Krankheit ausgerottet werden kann.

Folgende Maßnahmen und Verhaltensweisen können Sie treffen:

  • Verdächtige Tiere sofort isolieren
  • Krankheit nicht durch zugekaufte Tiere oder nicht getestete Samen in Bestand einschleppen
  • Tiere aus betroffenen Regionen vor Import testen lassen

In der Schweiz gab es 2017 einen Fall in Mülligen im Kanton Aargau. Im Umkreis von 1km wurde ein Sperrgebiet errichtet und die Pferde entsprechend auf EIA getestet. Hier viel der Test zum Glück nicht positiv aus.

In Deutschland gab es schon Fälle von infektiöser Anämie in Verden, Düsseldorf-Kalkum, Viersen, Bad Bentheim, Donau-Ries, Hamburg und Konstanz.

Wir möchten keine Panik verbreiten, sondern euch lediglich sensibilisieren und euch die Hintergründe dieser Krankheit näher bringen. Viele der infizierten Pferde waren Polopferde, in Konstanz und in der Schweiz war dies jedoch nicht der Fall. Aus diesem Grund kann man auch nicht daraus schließen, dass alle anderen Pferde „sicher“ sind. Wir müssen alle auf der Hut bleiben und unsere Pferde genau im Auge behalten.

Bildquelle: © pixabay.com

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