Datum
12. Mai 2017
Autor
von Linda Sonntag
Thema
Futter

Unsichtbare Gefahr – Vergiftungen beim Pferd

Mein Pferd verhält sich merkwürdig. Was ist los?

Der Frühling ist da und so auch der Regelmässige Weidegang beim Pferd. So schön wie es ist, so viele kleine Gefahren lauern zwischen dem saftigen Grün.

Vergiftungen entstehen durch die Aufnahme von Giftstoffen, sogenannte Toxine. Diese Stoffe unterscheiden sich in ihrer „Giftigkeit“ und deswegen hängt das Erkrankungsbild immer von der aufgenommenen Giftmenge ab à Die Dosis macht das Gift!

Man kann zwischen akuter Vergiftung und chronischer Vergiftung unterscheiden. Bei der akuten Vergiftung treten die Symptome unmittelbar nach Aufnahme des Giftstoffes auf. Bei der chronischen Vergiftung reichert sich das Gift durch wiederholte Aufnahme über einen längeren Zeitraum an.

Verschiedenste Substanzen können zu einer Vergiftung führen. Beispielhaft dafür:


Giftpflanzen

Grundsätzlich meiden Pferde giftige Pflanzen. Es gibt jedoch Ausnahmen wie z.B. Langeweile oder neugierige, junge und unerfahrene Pferde. Im getrockneten Zustand bleibt die Giftigkeit bestehen und wird so im Heu leichter von den Pferden gefressen. Besonders giftige Pflanzen sind:

  • Eibe
  • Adlerfarn
  • Buchsbaum
  • Herbstzeitlose
  • Jakobs-Kreuzkraut
  • Roter Fingerhut
  • Tollkirsche

 

Schädlingsbekämpfung

Wenn Schädlingsbekämpfungsmittel und Pflanzenschutzmittel unbedacht gelagert oder angewendet werden, können Pferde diese aufnehmen. Die häufigsten Ursachen sind verunreinigte Futtermittel und Trinkwasser. Beispiel:

  • Rattengift
  • Schneckengift
  • Insektengifte bzw. Pflanzenschutzmittel

 

Pilzbefall in Futtermitteln

Entwicklung von Pilzen bereits auf wachsenden Pflanzen oder während der Lagerung von Futtermitteln. Der Pilz kann direkt giftig sein oder giftige Substanzen enthalten.

 

Futterzusätze

  • Selenüberdosierung (vgl. Artikel Selen)
  • Rinder-, Puten- und Schweinefutter können giftige Futterzusätze für Pferde enthalten

 

Giftige Inhaltsstoffe in Farben

  • Blei (Bleirohre für Trinkwasser)
  • Quecksilber
  • Arsen (früher in Schädlingsbekämpfungsmitteln vorhanden)
  • Fluor (z.B. in Holzschutzmitteln) Altöl in Reitplatzböden

Die Giftstoffe können über das Futter oder durch Belecken und Beknabbern von Gegenständen, sowie über die Atemwege oder die Haut in den Pferdekörper gelangen. Folgende Symptome können ein Anzeichen für eine Vergiftung sein:

Akute Vergiftung:

  • Verhaltensänderung
  • Speicheln
  • Kolik
  • Durchfall
  • Lähmungszustände
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Kreislaufversagen à Schock

Chronische Vergiftung:

  • Blutarmut (Anämie)
  • Hufrehe
  • Haarausfall
  • Hautveränderungen
  • Abmagerung
  • Verhaltensänderung

An sich sind Vergiftungen sehr schwer festzustellen. Im besten Falle hat der Besitzer die Aufnahme giftiger Substanzen beobachtet. Sehr wichtig ist, dass der Tierarzt so schnell wie möglich herbeigezogen wird und sich das Pferd anschaut. Dieser kann Proben nehmen und im Labor auswerten. Folgende Dinge können untersucht werden:

  • Blut
  • Mageninhalt
  • Urin
  • Gewebeproben von verstorbenen Tieren
  • Futtermittel
  • Wasser
  • Pflanzen
  • Farben, Insektizide

Zur Entgiftung des Pferdes gibt es viele Maßnahmen. Wir möchten euch einige aufzeigen:

  • Gegengift
  • Magenspülung über Nasenschlundsonde
  • Abführmittel
  • Gift bindende Medikamente
  • Ausscheidung des Giftes über Nieren durch Infusion unterstützen
  • Waschungen bei äusserlichem Giftkontakt

Damit es gar nicht erst zu einer Vergiftung kommt, haben wir noch ein paar Tipps für euch:

  1. Kontrolliert unbedingt regelmäßig die Weiden auf Giftpflanzen
  2. Auch die Futtermittel sollten einwandfrei sein (inkl. Lagerung!)
  3. Auf gar keinen Fall Gartenabfälle an Pferde verfüttern
  4. Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel sollten sorgfältig eingesetzt werden. Die behandelten Stellen sind gut zu markieren!
  5. Pferde sollten nicht aus Gräben trinken, denn hier könnten sich Teile von Spritzmittel und Gülle befinden

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