Datum
10. April 2017
Autor
von Linda Sonntag
Thema
Turniersport

Rasen oder Sand – der Boden als Entscheidungsträger

Wieso sind Sandplätze so in die Mode gekommen?

Als Veranstalter von Springturnieren auf Grasböden ist es kein Zuckerschlecken mehr. Die Nennungen bleiben aus, denn die Reiterwelt setzt zunehmend auf Sand. Die Gründe der Reiter sind naheliegend:

Regnet es, wird der Boden tief, weich und matschig. Die Verletzungsgefahr der Pferde steigt an, denn nicht jede Sehne im Pferdebein macht so eine „Rutschpartie“ mit. Auch können andere Verletzungen durchs Ausrutschen entstehen und somit die komplette Saison oder im schlimmsten Falle sogar Turnierkarriere aufs Eis legen. Die Qualität der Wiese ist ebenfalls ein Entscheidungspunkt: ist sie gerade oder geht es bergauf/bergrunter? Gerade kleinere und regionale Veranstaltungen können oftmals nur eine „Bauernwiese“ bieten, die natürlichen Erhebungen des Bodens sind unvermeidbar. Ein Fußballplatz ist natürlich Luxus – Bodenentwässerungsmöglichkeiten sind gegeben, es ist gepflegt und eben.

Nebenbei zu erwähnen ist der Mehraufwand, denn um dem Pferd mehr Halt am Boden zu ermöglichen, müssen ihm noch die Stollen in die Eisen gedreht werden. Die Reiter und Pfleger freut es besonders, denn die Hufeisenlöcher putzen sich nicht von allein…

Kritiker schreien laut auf, dass die Pferdebeine zu sensibel geworden sind. Früher wurde nicht so ein „Tam-Tam“ gemacht und man nahm das, was man hatte: Die Wiese eben. Jedoch habe sich auch die Nachfrage und auch die komplette Zucht der Pferde geändert. Das ist aber ein anderes Thema.

Turniere, die auf Grasböden stattfinden, haben aus oben genannten Gründen weniger Nennungen. Einige melden nach, um die Wetterprognosen abzuwarten und so auf Nummer sicher gehen zu können. Der Veranstalter hat bei schlechtem Wetter dann den Kürzeren gezogen, finanziell wird sich das Turnier nicht rentieren. Somit wird die Durchführung unattraktiv. Und damit kommen wir zu folgendem Fazit: Das Risiko ist für beide Parteien, Reiter und Veranstalter, zu hoch.

Persönlich gesehen, finden wir es sehr schade, dass es zu dieser Entwicklung gekommen ist. Wer würde nicht gern auf einer riesigen Wiese galoppieren und noch den ein oder andere Sprung mitnehmen? Für Zuschauer haben Rasenturnier häufig eine hohe Anziehungskraft – aber eben nur mit Sonnenschein.

Das weitbekannte und regional sehr verankerte Osterspringen in Amriswil (TG), der Auftakt der Freiluftsaison, wird dieses Jahr erstmals auf Sandboden durchgeführt. Und das kommt sehr gut an! Aufgrund der zahlreichen Nennungen beginnen die ersten Prüfungen bereits am Mittwoch, 19. April 2017 und nicht erst am Freitag.

Auch der Reitverein Ziegelhof in Konstanz (D) setzt dieses Jahr auf einen renovierten großen Sandplatz statt dem langjährigen Rasenplatz. Die Sicht ist garantiert, eine Vielzahl an Startern wohl auch.

Wir sind sehr gespannt auf die Turniersaison und wünschen an dieser Stelle den Veranstaltern und natürlich den Reitern gutes Gelingen sowie viel Erfolg.

Bildquelle: © pixabay.com

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